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Erst umdenken, dann umschulen:
Digitale Transformation und die Weiterbildung

Gefährliche Bildungslücke droht“ titelte die WELT vor einigen Tagen. In einem alarmistischen Streiflicht beklagt die Autorin Inga Michler, Deutschlands Unternehmen investierten viel zu wenig in die Mitarbeiterbildung, um die Herausforderungen von digitaler Transformation und Industrie 4.0 zu meistern. Aber wer soll da eigentlich gebildet werden. Und worin? Wir meinen, die Diskussion über Digitalisierung und Weiterbildung geht weitgehend an der Realität vorbei.

Ob Gewerkschaften, die nach einem „fairen Wandel“ und mehr Engagement bei der Mitarbeiterqualifizierung rufen oder die Arbeitgeberverbände, die frappierende Weiterbildungslücken gerade bei technikaffinen Mitarbeitern ausmachen – alle stoßen ins selbe Horn: „Lebenslanges Lernen ist das A und O. Wir brauchen eine neue Weiterbildungskultur“, fordert BDA-Chef Steffen Kampeter im WELT-Artikel. Das finden wir auch – aber nicht bei den üblichen Verdächtigen, sondern vor allem in den Chefetagen!

Maschine ersetzt Mensch – egal, wie gebildet dieser ist

Die knallharte Wahrheit ist: Die fortschreitende digitale Transformation macht menschliche Arbeitskraft zwangsläufig entbehrlich. Weiterbildung hin oder her, was nutzt es den zwanzig Bandarbeitern, wenn sie den Roboter bedienen können, der sie ersetzen soll? Letztlich werden höchstens zwei davon ihren Job behalten.

Es geht aber längst nicht mehr nur um Roboter, die sind „old school“. Bereits in früheren Artikeln wiesen wir darauf hin, wie Digitalisierung ganze Teile einer Organisation 'dematerialisiert'. Und das betrifft nicht nur den klassischen Arbeiter, sondern in hohem Maß auch gut ausgebildete Angestellte. Warum? Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 bedeutet, dass intelligent vernetzte Maschinen höherwertige Steuerungsaufgaben übernehmen und Entscheidungen nach Faktenlage und betrieblichen Vorgaben treffen können – selbständig und oft zuverlässiger als ein Mensch. Pech für alle, die überwiegend Dienst nach Vorschrift machen.

Wofür Menschen auch in Zukunft prädestiniert bleiben: Visionen und Ideen entwickeln, mutige und unkonventionelle Entscheidungen treffen. Hier zieht die KI noch den Kürzeren.

Die wirklich Abgehängten sitzen oft ganz oben

„Knapp die Hälfte der Betriebe haben keine oder keine ausreichende Strategie zur Bewältigung der Transformation“, konstatierte IG-Metall-Chef Hofmann Anfang nach einer Befragung der Betriebsräte in knapp 2.000 Firmen. Notwendige neue Qualifikationen würden die Beschäftigten „erst in Ansätzen“ erhalten. Wie bereits angemerkt: Zu glauben, dass man nur alle Mitarbeiter digital zu schulen brauche und schon sei alles in Butter, ist zumindest naiv. Denn in den klassischen Industrien, die Deutschland so erfolgreich gemacht haben, werden künftig weit weniger Mitarbeiter gebraucht also bisher. Diejenigen Unternehmen, die überleben und wachsen wollen, müssen vielmehr ein ganz neues, digital getriebenes Geschäftsmodell entwickeln. Das bedeutet: Die Digitalisierung muss in den Köpfen der Führung beginnen, nirgendwo anders!

Erst umdenken, dann umschulen

Was Deutschlands Unternehmer brauchen, ist die Bereitschaft, neue Denkansätze zuzulassen und dann auch umzusetzen. Das erfordert weder besonderes technisches Know-How noch Unsummen an Geld! Was zählt, ist vor allem der Mut, alte Wahrheiten loszulassen. Wer dazu nicht bereit ist, der bezahlt in der Tat teuer, weil ihm dann die Konkurrenz uneinholbar davonzieht.

Wir sind davon überzeugt, dass sich zuerst die Unternehmensführungen weiterbilden müssen. Damit sie verstehen, was digitale Transformation für ihr Unternehmen bedeutet (und was nicht) und wie sie mit den disruptiven Auswirkungen umgehen. Es geht um neue Unternehmensvisionen, Geschäfts- und Managementmodelle. Das ist nun einmal Chefsache und nichts, was in „Kompetenz-Zentren“ oder „Arbeitskreisen“ abgefrühstückt werden kann. Und schon gar nichts, was allein der IT-Abteilung überlassen bleiben darf, weil „das ja mit Computern zu tun hat“!

esciris unterstützt und begleitet Transformation

Dieser Lern- und Transformationsprozess verläuft selten ohne Veränderungsschmerz. Leichter geht es mit professioneller Unterstützung von außen. esciris zeigt Entscheidern die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der digitalen Transformation auf. Verständlich, zielorientiert und an den Gegebenheiten ihrer Branche und Ihres Unternehmens ausgerichtet. Wir verfügen über Best Practices aus über 15 Jahren Erfahrung und Projekten mit einer Fülle an Kunden in ganz Europa. Ist die Idee verstanden, ein Konzept gefunden und der Wille zur Umsetzung da, begleiten wir die Transformation von der Konzeption bis zur Implementierung mit Beratung, Technik und den dazu passenden Schulungen. Und damit genau mit dem, was der WELT-Artikel so vehement fordert. Nur eben vom Kopf auf die Füße gestellt.